Grafeneck
Exkursion nach Grafeneck auf der Schwäbischen Alb
„Grafeneck“, so lautet der Titel des von Rainer Gross verfassten Romans, der die diesjährige Prüfungslektüre der zehnten Klassen darstellt. Der Roman erzählt die Geschichte des verschrobenen, alten Lehrers Hermann Mauser, der mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, ein Verbrechen aufzuklären, das sich zur NS-Zeit in seinem Heimatort Buttenhausen ereignete. Mutz, die behinderte Schwester des Lehrers, wurde damals von den Nazis in das Vernichtungslager Grafeneck gebracht und dort getötet. Mauser, den dieses Ereignis noch immer verfolgt, fährt häufig mit seinem Motorrad in verschiedene Orte der Schwäbischen Alb.
Die beiden Klassen 10c und 10d taten es Hermann Mauser am 12. Januar 2012 dann gleich. In Begleitung ihrer beiden Deutschlehrer Frau Jobke und Herr Nusser fuhren die Klassen in das ehemalige Vernichtungslager.
Auf dem Weg dorthin legten wir noch einen kurzen Stopp beim ZfP (Zentrum für Psychiatrie) in Weißenau ein, da dort das Denkmal der „grauen Busse“ steht, welches an die schreckliche Ereignisse in Grafeneck erinnert.
Am Ort der einst so brutalen Ereignisse befindet sich heute ein Heim für Geistigbehinderte. Die Behinderten leben dort in Einklang mit der Erinnerung an die schrecklichen Taten, die dort verübt worden sind. Die Schülerinnen und die beiden Lehrer wurden von zwei ehrenamtlichen Helfern über das gesamte Gelände und durch die Gedenkstätte geführt. Während der Führung erfuhren die Klassen, dass nicht alles was Rainer Gross schrieb, der Wahrheit entspricht (Roman). Doch obwohl der Autor sehr fiktiv geschrieben hat, erhielten die Schülerinnen vor Ort viele nützliche Hintergrundinformationen. So erfuhren sie zum Beispiel, dass für die 10654 Morde, die in Grafeneck verübt worden sind, lediglich 8 Nationalsozialisten vor Gericht gestellt wurden. Von diesen 8 wurden schlussendlich nur 3 zu Haftstrafen verurteilt, allerdings musste nur einer der drei seine Strafe antreten. Im Rahmen der sogenannten T4 Aktion wurden letztendlich über die Hälfte aller Psychiatrieinsassen in Südwestdeutschland getötet. Weitere Informationen erhielten die Schülerinnen in der Dokumentationsstätte, in der eine sehr interessante Ausstellung zu sehen ist.
Auf dem Heimweg besichtigten wir noch den jüdischen Friedhof in Buttenhausen, bevor wir dann gegen 17:00 Uhr geschafft, aber mit vielen Eindrücken, wieder in Friedrichshafen ankamen.
Die Exkursion wurde von den Schülerinnen sowie von den Lehrern als sehr lehrreich empfunden, denn nicht nur für die Deutschprüfung war die Exkursion nützlich, auch für den Geschichtsunterricht war sie äußerst erhellend.
Alexandra Schenk 10c
Leonie Trawitzki 10c

