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22.10.2018

„Not for Sale“ – Plakataktion gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel

Knapp eine Woche nach einem eindrücklichen Vortragsabend in der "Black Box" der Zeppelin Universität zum Thema Zwangsprostitution und Menschenhandel wurde am vergangenen Donnerstag am Stadtbahnhof eine Plakatwand symbolisch enthüllt, für die 21 Schülerinnen unserer Schule der Fotografin Lena Reiner Modell gestanden haben.

Hintergrund der Fotoaktion war eine Indienreise Lena Reiners vor zwei Jahren, bei der die "Menschenfotografin" auf Hilfsorganisationen aufmerksam geworden war, die Frauen und minderjährigen Mädchen aus der Zwangsprostitution helfen. Der Begriff "Sextourismus" ist laut Reiner noch viel zu harmlos für das, was Frauen jeglichen Alters, aber auch jungen Mädchen und Kindern weltweit angetan wird. Er rückt zudem das Problem aus europäischer Sicht in eine schmerzlose exotische Ferne. Und weil Zwangsprostitution auch innerhalb der EU, auch in Deutschland und in Friedrichshafen stattfindet und sexuelle Ausbeutung in Gestalt eines sogenannten "Lover Boy" im Prinzip jedes Mädchen treffen kann, wollte Lena Reiner keine Opfer aus fernen Ländern fotografieren, sondern suchte für ihr Fotoprojekt ganz normale Schülerinnen, die sich mit dem Schriftzug Not for Sale , auf Stirn oder Hals geschrieben, von ihr porträtieren ließen. Durch Vermittlung von Sr. Christa-Maria und Frau Schubert konnten 21 Schülerinnen von St. Elisabeth mit dem Einverständnis ihrer Eltern für eine Plakataktion gewonnen werden. Herausgekommen sind eindrückliche Schwarz-Weiß-Fotos, die die Individualität (wörtlich: "Ungeteiltheit") der abgebildeten Mädchen dokumentieren. Not for Sale ist eine Aussage, die jedes Mädchen für sich selbst trifft, es ist aber auch eine politische Ansage, nämlich: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und: Menschen, Frauen, Kinder sind keine käufliche Ware!

Sechs großformatige Plakate hängen nun 21 Tage lang an verkehrstechnisch auffälligen Plätzen im Stadtgebiet von Friedrichshafen. Unterstützt und gesponsert wurde die Aktion von Soroptimist International, Club Friedrichshafen, dem Katholischen Deutschen Frauenbund Friedrichshafen Mitte sowie den Gleichstellungsbeauftragten der Zeppelin Universität, des Bodenseekreises und der Stadt Friedrichshafen.

Zum Hintergrund der Aktion verweist Lena Reiner auf die Internetseite der Kinderrechtsorganisation ECPAT UK (Every Child Protected Agains Trafficking) und den Artikel "Unsere Sexmigranten" von Fabian Goldmann (https://www.gwi-boell.de/de/2017/06/12/unsere-sexmigranten).

E. Döffinger-Lange