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09.11.2018

Auftakt zur „Girls’Day Akademie“ 2018/19 – Bildungsprojekt vermittelt Schülerinnen Erfahrung mit Technikberufen

Bereits zum neunten Mal ist am vergangenen Donnerstag in der Mädchen- und Jungenrealschule St. Elisabeth in Friedrichshafen die diesjährige Girls'Day Akademie eröffnet worden, ein von der Agentur für Arbeit und Südwestmetall gefördertes Programm für naturwissenschaftlich und technisch interessierte Schülerinnen der Klassenstufe 9.

Schulleiterin Sabine Schuler-Seckinger begrüßte eingangs die 14 teilnehmenden Schülerinnen des neuen Jahrgangs und ihre Eltern sowie Vertreterinnen und Vertreter der kooperierenden Unternehmen und Institutionen und dankte der langjährigen Projektleiterin Yvonne Walker von BBQ Berufliche Bildung und ihren für die Berufsorientierung in der Realschule (BORS) verantwortlichen Kollegen Andreas Nusser und Nicole Bleier für ihr großes Engagement bei der Girls'Day Akademie. "Berufsorientierung live" versprach Schuler-Seckinger den 14- bis15-jährigen Teilnehmerinnen und lobte deren Bereitschaft, sich freiwillig ein Jahr lang mittwochnachmittags auf das anspruchsvolle Programm der Girls'Day Akademie (GDA) einzulassen. Die GDA sei für die Mädchen ein "tolles Angebot", so die Schulleiterin, Einblick in sogenannte MINT-Berufe zu bekommen (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), praktische Erfahrungen zu machen, regionale Betriebe und technische Ausbildungsberufe oder Studiengänge kennenzulernen, darüber hinaus ihre Fertigkeiten in Präsentationstechniken und Rhetorik weiter zu schulen und bei erlebnispädagogischen Ausflügen persönliche und soziale Kompetenzen zu stärken.

Dass es bei der GDA um eine vertiefte Berufsorientierung in MINT-Berufen geht, machte auch Projektleiterin Yvonne Walker in ihrer Ansprache deutlich. Mit Firmenbesuchen und Workshops zur Technikorientierung sowie speziellen Kompetenzseminaren sollen laut Walker bei den Mädchen nicht nur die Begeisterung für die spannende Welt der Naturwissenschaft und Technik geweckt und ihnen technische Inhalte praktisch nahegebracht werden. Auch Persönlichkeitsbildung und Teamfähigkeit werden gezielt gefördert, die Schülerinnen sind am Ende auf Bewerbungsgespräche vorbereitet und können souverän präsentieren. Zum Abschluss der GDA wird jede Teilnehmerin ein Zertifikat über die erlernten Inhalte mit der Aufstellung aller beteiligten Kooperationspartner erhalten, das sie später einer Bewerbung beifügen kann.

Dann stellten sich die Schülerinnen in Kleingruppen selbst vor und bekamen für ihr souveränes Auftreten jeweils einen kräftigen Applaus. Interesse an technischen Berufen nannte beispielsweise Anna, die bereits bei der Jugendfeuerwehr und beim Technischen Hilfswerk aktiv ist, als Motivation, bei der GDA mitzumachen. Ebenso weiß auch schon Miri, dass sie nach der Mittleren Reife eine Ausbildung als Industriemechanikerin machen möchte. Sophie arbeitet nachmittags viel am Computer und nennt als Hobby Digitales Zeichnen. Vanessa ist technikbegeistert, interessiert sich für IT und bastelt in ihrer Freizeit auch schon mal eigenen Quad herum. Andere Schülerinnen möchten in diesem Jahr in die Welt der Technik "reinschnuppern" und klären, ob ein technischer Beruf für sie in Frage kommt. Alle Teilnehmerinnen verband die Offenheit für das, was die GDA ihnen bringen wird, und auch die Vorfreude auf die gemeinsamen Unternehmungen.

Über ihr breit gefächertes Programmangebot informierten schließlich die anwesenden Kooperationspartner. Franziska Ehrle von der Agentur für Arbeit erläuterte, warum "das Arbeitsamt" zusammen mit Südwestmetall das GDA-Projekt finanziert. Regional, so Ehrle, warteten 156 Industriebetriebe und 2600 Handwerksbetriebe auf geeignete Auszubildende. Mädchen seien in den MINT-Berufen nach wie vor dramatisch unterrepräsentiert und müssten darum für die technischen Berufe interessiert und gewonnen werden. Michael Fährmann, Werkstattleiter der Wissenswerkstatt Friedrichshafen, wird mit den Schülerinnen einen Handylautsprecher bauen und sie dabei mit Methoden der Holzverarbeitung und Grundlagen der Akustik bekannt machen. Bei den Terminen in der Wissenswerkstatt stehen außerdem die Arbeit mit einem CAD-Programm und einer CNC-Fräse, also computergestützte Arbeitsweisen, auf dem Programm sowie eine Einführung in die Welt der Robotik und das Thema "Upcycling", konkret: die Herstellung von Schmuck aus Aluminiumabfällen. Einen Vorgeschmack auf die Termine in der "Lernfabrik" (IWT) im Fallenbrunnen und bei der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) gaben die Prozessingenieurin Quing Chen und Prof. Dr. Stephan Engelking. Dort geht es um mechanischen Maschinenbau, Robotik und Programmierung im Zeichen von "Industrie 4.0". Die Schülerinnen erfahren den Unterschied zwischen einer Schulstunde und einer Vorlesung, machen spannende Materialversuche und bekommen eine Demonstration am Flugzeug- oder Fahrzeugsimulator. In Norbert Merkels Talentwerkstatt in Bermatingen stehen Montageübungen, Steuerungstechnik und Elektrotechnik auf dem Programm. "Angst vor der Technik" zu nehmen, ist das erklärte Ziel des erfahrenen Ausbilders, der mit kleineren und mittleren Betrieben sogenannte "Verbundausbildungen" durchführt. Katharina Kramer, Ansprechpartnerin bei Rolls Royce Power Systems (RRPS) für die Bildungspartnerschaft mit weiterführenden Schulen und selbst ehemalige Absolventin von St. Elisabeth, stellte den Schülerinnen weitere fünf spannende Nachmittage bei RRPS/MTU in Friedrichshafen in Aussicht. Den Abschluss in der Vorstellungsrunde der Kooperationspartner machte Gabriele Waizenegger vom Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft. Sie stellte den Truck von Discover Industry vor, ein technisches Berufsinformationszentrum auf Rädern, in dem Südwestmetall Nachwuchsförderung betreibt. Auf die Teilnehmerinnen der GDA wartet in dem doppelstöckigen 40-Tonner eine "Entdeckungsreise in den industriellen Produktentstehungsprozess" mit den Themen 3D-Scanner, Tests im Windkanal, Roboter-Programmieren, Logistik und Vertrieb sowie ein digitales Informationsangebot über verschiedene MINT-Ausbildungen und -Studiengänge.

Nach diesem vielversprechenden Ausblick auf die Girls'Day Akademie 2018/19 versammelten sich alle Akteurinnen und Akteure zum Gruppenfoto und beschlossen den Abend bei einem kleinen Imbiss mit lebhaften Gesprächen.