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13.08.2020

Festliche Zeugnisübergabe trotz Corona

105 Schülerinnen und Schüler der Mädchen- und Jungenrealschule St. Elisabeth erhalten die Mittlere Reife.

Unter Wahrung der geltenden Abstands-, Hygiene- und Maskenregeln fand in St. Elisabeth an den beiden letzten Schultagen die klassenweise Übergabe der Reifezeugnisse statt.
Herzlich hieß der stellvertretende Schulleiter, Ulrich Meister, die Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern, sowie die unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen in der Schulturnhalle willkommen und wünschte den Absolventinnen und Absolventen, dass sie diesen Festtag trotz Corona in guter Erinnerung behalten mögen.
Normalerweise, so betonte Schulleiterin Sabine Schuler-Seckinger in ihrer Ansprache, hätte man sich an diesem Tag mit allen Abschlussklassen und Gästen zum Gottesdienst in der Kirche in Ailingen und zur anschließenden Zeugnisübergabe in der Festhalle Ettenkirch versammelt. Doch die dramatischen Veränderungen des letzten halben Jahres machten es erforderlich, die Ausgabe der Abschlusszeugnisse im kleineren Rahmen zu feiern. Dass dieser Rahmen klein, aber fein war, fiel schon beim Betreten der Turnhalle ins Auge. Für jede Familie – Schülerin oder Schüler und jeweils zwei Gäste – war in der Schulturnhalle ein Stehtisch mit Rose vorbereitet. Die blumengeschmückte Bühne wurde von den Schülerinnen der Technik-AG in warmes Licht getaucht. „Ihr werdet in die Geschichte eingehen als der Jahrgang, der aus der Ferne auf die Prüfung vorbereitet wurde und unter Corona-Bedingungen seinen Schulabschluss abgelegt hat“, betonte Schuler-Seckinger und gab zu bedenken, dass der Begriff „corona“ im Lateinischen positiv besetzt sei und einen Blumenkranz oder seine Nachbildung aus Metall bezeichne, etwa einen Siegeskranz oder eine Krone.
Mit dem Schiefen Turm von Pisa verglich Klassen- und Religionslehrerin Rosa di Leo die besondere Situation dieses Schuljahres. Der im Mittelalter gebaute Turm sollte ursprünglich hoch in den Himmel ragen. Ein Schulabschluss sei eigentlich ein Schülertraum. Doch nach zwei Stockwerken sackte in Pisa plötzlich das Fundament ab. Baustopp – Shutdown. In den letzten Monaten hätten die Schülerinnen und Schüler erlebt, was felsenfest hält und was auf Sand gebaut sei. Der Turm von Pisa sei dennoch zu Ende gebaut worden und sei nun seit Jahrhunderten ein Sinnbild für die Hoffnung. „Man merke ihm den Knick an, aber die Richtung – himmelwärts – stimmt“.
Zur Zeugnisübergabe wurden die festlich gekleideten Schülerinnen und Schüler namentlich einzeln auf die Bühne gerufen und erhielten unter großem Applaus die begehrten Zeugnisurkunden sowie etliche Sonderpreise und jeweils eine Rose – das Sinnbild der Heiligen Elisabeth – aus der Hand der Schulleitung und der Klassenlehrerinnen und -lehrer. Die Schulabgänger bedankten sich ihrerseits mit launigen Worten und kleinen Geschenken bei denen, die sie mit unendlicher Geduld und sanfter Gewalt durch die Prüfung „geboxt“ hätten. Keine Frage, dass das Prüfungsjahr 2020 unvergesslich sein wird.
                                                                                                                                Erdmuthe Döffinger-Lange