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03.12.2017

Keine Angst vor MINT-Berufen

Von Bionik, Maschinenbau und Bewerbungstraining. In St. Elisabeth wird die 8. „Girls‘ Day Akademie“ eröffnet

Im Rahmen einer spannenden Auftaktveranstaltung  lernten sich am vergangenen Mittwoch dieTeilnehmerinnen und  Kooperationspartner der diesjährigen Girls‘ Day Akademie (GDA) in St. Elisabeth kennen. Schülerinnen der Klasse 9 für technische Berufe zu begeistern und sie für eine erfolgreiche Bewerbung bei namhaften Firmen in der Region fit zu machen, ist das Ziel der Initiative, die von BBQ (Berufliche Bildung gGmbH) organisiert und in der Mädchen- und Jungenrealschule St. Elisabeth in Friedrichshafen nun schon zum 8. Mal durchgeführt wird.

Mit warmen Worten begrüßte Schulleiterin Sabine Schuler-Seckinger eingangs die insgesamt elf Neuntklässlerinnen mit ihren Eltern und die fast vollzählig erschienenen Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Unternehmen und Institutionen. Sie dankte den in St. Elisabeth für das Thema „Berufsorientierung“ Verantwortlichen, Andreas Nusser und Nicole Bleier, sowie der  Projektleiterin von BBQ, Yvonne Walker, die die Aktionen der Girls’ Day Akademie seit Jahren organisiert und engagiert begleitet. Sich ein Schuljahr lang den Mittwochnachmittag für die Girls‘ Day Akademie frei zu halten, sei in der neunten Klasse keine Selbstverständlichkeit, betonte Schuler Seckinger. Umso mehr seien den Schülerinnen, die sich für das Projekt entschieden hätten, die damit verbundenen beruflichen Chancen und der persönliche Gewinn zu gönnen.

Als nächstes begrüßte auch Projektleiterin Yvonne Walker die jugendlichen Teilnehmerinnen und ihre Kooperationspartner und umriss das Programm der „Girls‘ Day Akademie“ genauer: Mädchen für die Welt der Technik begeistern und ihre Bewerbung um sogenannte MINT-Berufe begleiten (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), sie mit Unternehmen und Institutionen bekannt machen, ihnen praktische Erfahrungen ermöglichen und sie Präsentationstechniken einüben lassen. Konkret heißt das: Firmenbesuche, Workshops zur Technikorientierung, Kompetenzseminare und erlebnisorientierte Nachmittage. Den Auftakt dazu machten in den vergangenen Wochen schon ein Nachmittag in der Boulderhalle in Ravensburg, das „Team Coaching for Future“ in St. Elisabeth und ein Besuch im Ausbildungszentrum der ZF Friedrichshafen AG.

Dann waren die Schülerinnen selbst an der Reihe. Gewandt und witzig präsentierten sie sich den Vertreterinnen und Vertretern der Kooperationspartner und benannten ihre Motivation und ihre Erwartungen an das Jahr in der Girls’ Day Akademie: Ein Bild für die Zukunft gewinnen, Technikberufe kennenlernen, ausprobieren, ob eher ein technischer oder ein sozialer Beruf infrage kommt, ob sich ein  zweites berufsorientierendes Praktikum im Bereich Technik lohnt und einfach auch Spaß haben. Dabei zeigte sich, welche Potenziale die Mädchen in das Projekt einbringen, und was sie in den ersten Wochen bereits gelernt haben. Zur Aufnahme in die Girls‘ Day Akademie bekam jede Teilnehmerin von Yvonne Walker einen signalroten Projektordner überreicht, in dem sie die Aktivitäten der Girls‘ Day Akademie dokumentieren und am Ende ein Teilnahme-Zertifikat einheften können.

Zum Schluss stellten die einzelnen Kooperationspartner den Schülerinnen ihr jeweiliges Angebot vor: Annette Leschinski, Ausbildungsverantwortliche bei der ZF Friedrichshafen AG, berichtete von dem Nachmittag im Ausbildungszentrum der ZF, bei dem die Schülerinnen acht technische Berufe kennenlernen, einen digitalen Bewerbertest absolvieren und im Rollenspiel ein Bewerbungsgespräch ausprobieren konnten. Mädchen seien oft „die Zugpferde“ in den Ausbildungsgruppen, verriet die für 44 Auszubildende im kaufmännischen Bereich Verantwortliche, und betonte, sie freue sich auf die künftigen Bewerberinnen.

Für Dezember stellte Stephan Engelking von der DHBW Ravensburg  den Schülerinnen im Campus Friedrichshafen eine Schnuppervorlesung über „Sonne, Mond und Sterne“ in Aussicht und versprach Übungen in einem Flugsimulator und  mikroskopische Versuche  im Bereich Materialtechnik. „Man muss kein Mathe- und Physikgenie sein“, um an der Dualen Hochschule studieren zu können, beruhigte Engelking die Schülerinnen, „man kann sich auch durchboxen“. Also, Lust auf Technik und keine Angst vor MINT-Berufen. – Ebenfalls noch im Dezember werden die Mädchen von einer Referentin von BBQ in Grundlagen der Kommunikation und Rhetorik und Techniken der Präsentation eingeführt Dabei geht es auch um die Stärkung von Selbstvertrauen, Mut zu Entscheidungen und Mut zu Neuem.

Kris Dalm von der „Lernfabrik Fallenbrunnen“ (Stichwort „Industrie 4.0“), dem mit der DHBW verbundenen Institut für Weiterbildung, Wissens- und Technologietransfer (IWT), versprach den Schülerinnen für Januar 2018 Einblicke in die Themen Software, Steuerungstechnik und Robotik. Als Beispiel nannte er die Anwendung von „augmented reality“ in Produktionsprozessen, zu Deutsch: Pokémon kommt in die Fabrik.

Für Februar/März sind die Schülerinnen zur Wissenswerkstatt im ZF-Forum eingeladen. Oliver Knapp vom Karl-Maybach-Gymnasium wird die Schülerinnen dort mit dem Thema Bionik (Lernen aus der Natur für die Technik) bekannt machen und beispielsweise zeigen, wie man nach dem Vorbild einer Fischflosse einen multifunktionalen Greifer entwickelt oder eine Zahnbürste, die im Mund überall hinkommt. Auch das Thema 3D-Drucker steht in der Wissenswerkstatt auf dem Programm.

Airbus Defence & Space, am Mittwoch vertreten durch Patrick Hartung, will im März Elektrotechnik erleben lassen. Die Mädchen bekommen in Immenstaad Einblicke in den Satellitenbau, dürfen Geschwindigkeitsmessungen ausprobieren und – spielen.

Für die MTU sprach mit Clarissa Jäger, Technische Produktdesignerin im dritten Lehrjahr, eine ehemalige Schülerin von St. Elisabeth zu den Teilnehmerinnen der GDA. Bei der MTU werden sie erstmals vor einem der wirklich großen Motoren stehen, sie besuchen die Lehrwerkstatt, arbeiten wie Industriemechaniker an Maschinen, lernen CNC-fräsen und löten und dürfen zum Schluss im 3D-Kino „durch einen Motor fliegen“. Mädchen in MINT-Berufen: … Jäger zeigt den früheren Mitschülerinnen, wie‘s geht.

Für den 25. April 2018 lud schließlich Gabriele Waizenegger von Südwestmetall die Schülerinnen nach Ravensburg in den Info-Truck von DISCOVER INDUSTRY ein. In dem mobilen Info-Zentrum lernen die Schülerinnen die Welt der modernen Industrie kennen und erfahren, wieviel MINT in den einzelnen Industrieberufen steckt.

Nach dieser äußerst kurzweiligen Informationsrunde bat Yvonne Walker die Beteiligten der Girls‘ Day Akademie noch zum Gruppenfoto und lud alle Anwesende zum abschließenden Imbiss ein. Den Schülerinnen stand die Vorfreude auf die Girls‘ Day Akademie ins Gesicht geschrieben. Bei den Erwachsenen mischte sich leiser Neid in die angeregten Gespräche.

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